ドイツ文学
Online ISSN : 2433-1511
特集:文芸公共圏
市民,人間,世界市民
ヴィーラントのコスモポリタニズムと市民的公共圏
菅 利恵
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2020 年 160 巻 p. 30-44

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抄録

  In der Beschreibung von Jürgen Habermas über die Entwicklung der bürgerlichen Öffentlichkeit wird eine bestimmte Funktion des Begriffs „Mensch“ hervorgehoben. Einerseits war das bürgerliche Subjekt, das sich in der Zeit der Aufklärung hauptsächlich als Hausvater und Eigentümer zeigte, in die bürgerlichen Verhältnisse und Wirtschaftstätigkeiten tief einbezogen, so dass es unleugbar ist, dass es ein Vertreter der bürgerlichen Interessen war. Anderseits verstand es sich aber auch als reiner „Mensch“, der von den partikulären Interessen des bestimmten Standes befreit ist, und auch von äußerem Zweck jeder Art emanzipiert ist. Die Selbstdarstellung des bürgerlichen Subjekts als reiner „Mensch“ spielte nach Habermas eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der bürgerlichen Öffentlichkeit, indem sie den bürgerlichen Behauptungen den Schein des Allgemeinen erteilte.
  Habermas erläuterte, wie die entfalteten Darstellungen der intimen Beziehungen in der Literatur der Empfindsamkeit für das bürgerliche Subjekt als Medium fungierten, um sich als reiner „Mensch“ zu verstehen und auszudrücken. In diesem Aufsatz wird versucht zu zeigen, dass nicht nur die Vorstellungen der familiären Intimsphäre, sondern auch der Kosmopolitismus dazu beitrug, den bürgerlichen Intellektuellen damals das Selbstbewusstsein und den Selbstausdruck für eine freie und universale Existenz als „Mensch“ zu ermöglichen. Es werden die Schriften Ch. M. Wielands, der als einer der Hauptvertreter des Kosmopolitismus seiner Zeit gilt, untersucht und versucht, das Verhältnis zwischen seiner Einstellung zur Gesellschaft und seiner kosmopolitischen Haltung, sowie die Bedeutung seines Kosmopolitismus für die bürgerliche Öffentlichkeit zu erläutern.
  Um die Auffassung Wielands von der bürgerlichen Gesellschaft zu begreifen, werden in diesem Aufsatz die Diskurse von Rousseau zum Vergleich herangezogen, mit dem sich Wieland seit den 1760er Jahren mehrfach kritisch auseinandersetzte. Nach Rousseaus Auffassung entsteht die Gesellschaft auf der Grundlage des allgemeinen Willens, der auf das Wohl des ganzen Volks gerichtet ist und von jedem einzelnen freiwillig geteilt wird. Während Rousseau auf diese Weise voraussetzte, dass jeder sich zum verantwortungsbewußten bürgerlichen Subjekt bildet, ließ die skeptische Sicht Wielands auf das Volk es nicht zu, dies als Voraussetzung anzunehmen. Seine Auffassung der bürgerlichen Gesellschaft erlaubt aber einen gewissen Spielraum für denjenigen, der sich mit den allgemeinen Interessen nicht identifiziert. Das verweist einerseits auf seine konservativen Vorstellungen vom „Volk“, ist andererseits aber auch Voraussetzung seiner kosmopolitischen Haltung. In Wielands Texten werden diejenige, die sich von einer bestimmten Gesellschaft bewusst distanzieren, manchmal positiv dargestellt, und werden als „Mensch“ bezeichnet. Der Begriff „Mensch“ wird dabei mit dem Begriff „Kosmopolit“ gleichgesetzt.
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