Abstract
1) Die Funktionen des N. olfactorius, N. trigeminus und N. oclomotorius der Tanzmaus, Verglichen mit denjenigen der gewöhnlichen Maus, weisen keine Unterschiede auf.
2) Nach Exstirpation verschiedener Teile des Kleinhirns der Tanzmaus ergeben sick folgende Symptomcomplexe: Nach der Exstirpationsseite: Erstens Kopfwendung und Rumpfneigung, dann ein Beugen der Extremitäten und zuletzt Rollbewegungen. Jedoch treten diese Symptome im viel starkeren Giade in die Erscheinung, als bei der auf dieselbe Weise behandelten gewöhnlichen Maus.
3) Bei der Tanzmaus bemerkt man im Frühstadium der Kloroformnarkose eine Zunehmen und Starkerwerden der karakteristischen Kreisbewegungen. Im tiefnarkosen Stadium kann man ein Verschwinden verschiedener Reflexe und gleichzeitig das Aufhören der Kreisbewegungen beobachten.
4) Die Exstirpation des Parietooccipitalen Feldes der Grosshirnrinde der Tanzmaus losst verschiedene Symptome aus, die jedoch verglichen mit denjenigen einer operierten gewöhnlichen Maus undeutlich sind.
a) Nach der, dem Operationsfelde entgegengesetzten Seite: Erstens Kopfwendung und Rumpfneigung, dann Beugen der entgegengesetzten und Strecken des gleichseitigen Extremitäten.
b) Einseitige oder doppelseitige Exstirpation derselben Gehirnteile ruft leichteres fallen und rollen, als vor der Operation, hervor.
c) Dagegen übt die ein oder doppelseitige Exstirpation derselben Gehirnteile auf die eigentümlichen Kreisbewegungen keinen Einfluss aus.
5) Aus den obigen und fruheren Resultaten könnte man den Schluss ziehen, dass vestibuläre Funktionssörungen die ungleiche Erregungen auf die verschiedenen Reflexzentren ubertragen, die Ursache der eigentümlichen Kreisbewegungen der Tanzmaus sind.
6) Weiter nimmt der Verfasser an, dass die karaktristischen Kopfbewegungen und das schlangenartige Vorwartsgehen der Tanzmaus auf Funktionsstörungen des Labyrinthes oder Octavus Gebietes zurückzuführen sind.