Journal of Nishida Philosophy Association
Online ISSN : 2434-2270
Print ISSN : 2188-1995
Verschwinden und Wiederkehr
Theorien der Zeit bei Nishida, Kuki und Heidegger
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2020 Volume 16 Pages 58-77

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Abstract

  Im vorliegenden Aufsatz vergleiche ich, unter Berufung auf die Gedanken Martin Heideggers, die Überlegungen von Nishida Kitarō und Kuki Shūzō zum Wesen des ewigen Jetzt.   Kuki bezeichnet die phänomenologische, von Heidegger als Zeitlichkeit explizierte Struktur der gewöhnlichen Zeit als horizontale Ekstase. Davon unterscheidet er die vertikale Ekstase, auf deren Grundlage seine eigene metaphysische Idee der kreisförmigen, wiederkehrenden Zeit erst denkbar wird und die es uns ermöglicht, unser eigenes, zufälliges und einmaliges Leben in seiner ewigen Bedeutsamkeit ernsthaft zu erfassen.   Diese Auffassung hat offensichtliche Parallelen zu Nishidas Idee der Selbstbestimmung des ewigen Jetzt als absolutes Nichts: Dort meint dieser Begriff nämlich, dass nur in einer “vertikalen” Selbstbestimmung das zufällige und einmalige Einzelne erkannt werde, das über jegliches Allgemeine hinausgehe. Dieses vertikale Moment der Zeitlichkeit ist aber auch für Heideggers Zeitlehre wesentlich, der zufolge das Dasein erst dann im eigentlichen Sinne, nämlich als eigentlich vereinzeltes, existiert, wenn es seinem eigenen Nichts, d. h. seinem Tod, gegenübersteht.   Nishida und Heidegger erkennen in der vertikalen Richtung der Ekstase das Phänomen des Nichts, in dem die horizontale Ekstase der Zeitlichkeit insgesamt verschwindet und aus dem heraus sie erneut entsteht. In diesem Prozess erweist sich ihre Unumkehrbarkeit. Dagegen hält Kuki die vertikale Ekstase gerade für den Grund der Umkehrbarkeit der Zeit. In der folgenden Diskussion versuche ich zu zeigen, dass Kukis divergierende Deutung darin begründet ist, dass seine metaphysische Zeitlehre zum ästhetischen Genuss und zur “Ideation” der Zufälligkeit und Einmaligkeit des eigentlichen Einzelnen tendiert.

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