Okayama Igakkai Zasshi (Journal of Okayama Medical Association)
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Studien über extrarenale Wasserausscheidung
(I. Mitteilung.) Betrachtungen an Ödemkranken nebst einem Beitrag über die Wirkung der Diuretica auf den unmerklichen Gewichtsverlust
Naosaku Shindoh
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1930 Volume 42 Issue 7 Pages 1708-1732

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Abstract

Aus den Untersuchungen von Schwenkenbecher u. a. wissen wir, dass die Wasserabgabe ungefähr 90% des unmerklichen Gewichtsverlustes ausmacht und warmeregu-latorischen Zwecken im Körper dient. Hinsichtlich der Frage jedoch, ob die Perspiratio insensibilis eine primäre Rolle bei der Wasserregulation spielt oder nicht, liegen bisjetzt nur wenige Angaben vor. Um hierzu einen Beitrag zu liefern, habe ich mittels indirekt-rechnerischer Methode einige Untersuchungen der Perspiratio insensibilis bei Gesunden, Fiebernden, Ödemkranken und Stoffwechselkranken vorgenommen. Die Patienten wurden morgens nüchtern gewogen. Die Bilanz zwischen Einfuhr (die Summe der genossenen Speisen und Flüssigkeiten) und Ausfuhr (Faeces, Urin und Sputa) wurde mit dem Körpergewicht verglichen und daraus die insensible Perspiration berechnet. Dabei gebrauchte ich für die Körpergewichtsbestimmung eine Plattformwage mit einer Genauigkeit von 10g und für die Speisen, Getränke, Faeces und Urin eine andere Wage, auf der das Gewicht bis auf 0.1g festgestellt werden konnte.
Die Resultate sind folgende:
1) Der Tageswert der Perspiration bei gesunden Japanern bei Ruhe und Zimmeraufenthalt im März und Juni beträgt 1202-1932g, durchschnittlich 1556g.
2) Bei cardialen und renalen Ödemen wie bei den durch die Verengerung grosser Gefässe entstandenen finden sich sehr niedrige, sogar negative Werte von Perspiration (von 0 bis -600g). Dabei konnte ich von diesem Gesichtspunkte aus zwei Formen der Kreislaufinsuffizienz unterscheiden. Die eine zeigt eine stark herabgesetzte Perspiration, bei der anderen bleibt these dagegen fast unverändert. Die erste Form entspricht der Plusdekompensation von Wollheim, die zweite der Minusdekompensation desselben.
3) Das für Kreislaufinsuffizienzen gegebene Salyrgau treibt stets die Gesamtwasserausscheidung, besonders die Urinausseheidung stark in die Höhe, wobei man in allen Fällen ohne Ausnahme eine mehr oder weniger deutliche Verminderung der insensiblen Perspiration konstatieren kann. Wenn man Salyrgan und Digitalis oder Strophantin kombinierte verordnet, so wird das gewöhnliche Absinken der Perspiration verhindert.
4) Nach Novasurolinjektion steigt die Wasserausscheidung aus der Lunge und der Haut.
5) Bei der Karellschen Kur nahm die Perspiratio insensibilis mehrere Tage lang ab.
Aus obigen Tatsachen wird klar, dass die Perspiratio insensibilis aus zwei Teilen. dem wasserregulatorischen und dem wärmeregulatorischen besteht. Die wasserregu-latorische Wirkung ist besonders deutlich bei den starken Ödemkranken aller Art zu beobachten.

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