In dieser Arbeit geht es um die Frage nach der Entstehung und der Funktion der Fügung
werden+Infinitiv. Die Konstruktion
werden+Infinitiv wird in den meisten Grammatiken als Futur-Tempus dargestellt und dient dabei nicht nur zur Bezeichnung eines zukünftigen Geschehens, sondern auch zur Bezeichnung eines vermuteten Geschehens in der Gegenwart. Trotzdem wird von einigen Grammatikern behauptet, dass das
werden-Futur neben dem Futur II die am seltensten verwendete Tempusform des Deutschen sei. Für zukunftsbezogene Aussagen wird zur Zeit hauptsächlich das Präsens verwendet, z. B.
Ich gehe morgen ins Kino.
Im zweiten Kapitel werde ich behandeln, wann und wie sich die Konstruktion
werden+Infinitiv im Deutschen als Futur-Tempus entwickelt hat. Als Grundlage dienen einige Untersuchungen auf dem Gebiet der geschichtlichen Entwicklung der Konstruktion
werden+Infinitiv. Im dritten Kapitel werde ich an Hand meiner eigenen Datenanalyse auch feststellen, ob und wie sich die Funktionen der Konstruktion
werden+Infinitiv im heutigen Deutsch von der im Deutschen der Lutherzeit unterscheiden. Daher fungieren als Textgrundlage die Endzeitreden in der lutherischen Bibel (1975) und ein gegenwärtiger Roman,
Agnes (1998) von Peter Stamm.
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