Abstract
In dieser Arbeit werden drei Romane von E. Marlitt, einer der populärsten Schriftstellerin in der Mitte des 19. Jahrhunderts, aus ihrer früheren bis zu ihrer mittleren Schaffungsperiode behandelt: Dabei handelt es sich um „Reichsgräfin Gisela" (RG), „Das Heideprinzeßchen" (H) und „Im Hause des Commerzienrates" (IHdC). Hierbei wird auf die Gemeinsamkeit und auf den Unterschied der Themen jedes Werks fokussiert. Marlitt setzte sich in ihren Werken vor allem mit Standesvorurteilen und engherziger Religiösität auseinander. Beide Themen zeigen sich allerdings in den einzelnen Werken in verschiedenen Formen und mit verschiedenem Akzent: Während bei „RG" z.B. die aristokratische Hochmut kritisiert wird, richtet sich ihre Kritik bei „IHdC" auf das Bürgertum, konkret auf die Bourgeoisie, wo auch die Probleme der Arbeiter zum ersten Mal hervorgehoben wurden. Bei „H" geht es wiederum vielmehr um religiöse Toleranz. In diesen Formvarianten spiegelt sich das Ideal und das Bewußtsein über den sozialen Wandel der Autorin wider.