Annals of Ethics
Online ISSN : 2434-4699
Die unsterbliche Gemeinschaft
Eine Erläuterung zu „Die Atombombe und die Zukunft des Menschen“ von Karl Jaspers
Makoto YAMASHITA
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JOURNALS OPEN ACCESS

2019 Volume 68 Pages 171-185

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Abstract

 Im letzten Teil des Atombombenbuchs von K. Jaspers(1958)erscheint plötzlich der Begriff »Unsterblichkeit«. Jaspers sagt: nur aus der Unsterblichkeit »kann eine Folge sein, daß der Selbstmord der Menschheit abgewehrt wird«. In welchem Sinne überwindet dieser veraltete Begriff die Krise des Atomkriegs, um die Zukunft des Menschen fortzusetzen? In dieser Abhandlung werden die Struktur und die Bedeutung der »Unsterblichkeit« im Zusammenhang mit der Konzeption der Erweiterung des Begriffs »Gemeinschaft« erläutert.  Die Grenzsituation des »Todes« in „Philosophie“(1932)wurde nur vom Einzelnen erhellt und auf sich genommen. Dagegen wird die »Vernichtung« der Menschheit durch die Nuklearwaffen für »die neue Grenzsituation« gehalten. Denn sie ist das gemeinsame Problem, für das alle seiende Menschen verantwortlich sind. Es ist die metaphysische Frage »nach Sein oder Nichtsein«. Daher ist die eigentliche Weise der Menschen angesichts der Vernichtung »die Gemeinschaft der Vernünftigen«, zu der alle Existenzen potentiell gehören.  Nach der Bestimmung in „Philosophie“ heißt nun die Unsterblichkeit als Gegensatz zum Tod die Weise der Existenz in ihrer Geschichtlichkeit. Die Existenz ist mehr als das bloß sterbliche Dasein, indem sie einen Aufschwung des Seins im »Augenblick« als Einmaligkeit erreicht. Dazu noch sind die Anderen als die Existenzen auch unsterblich. Der Nächste kann trotz seines Todes in der dauernden existentiellen Kommunikation gegenwärtig bleiben. Jaspers weist hiermit auf die Gemeinschaft mit den Nicht-mehr-Seienden hin.  Im Atombombenbuch wird die »Unsterblichkeit« aber wieder auf Grund des existentiellen Augenblicks bestimmt. Denn es kommt im Hinblick auf die Vernichtung eben darauf an, daß das Dasein der Menschheit fortbestehen. Also wird die vernünftige universelle Gemeinschaft im doppelten Sinne »unsterblich«. Nur wenn die Existenzen jeweils in der Gegenwart die Kommunikation vollziehen, dann vermag die Menschheit zugleich ihr Dasein in die offene Zukunft d.h. in den Spielraum alles Seinkönnens zu bringen. Der Begriff »Unsterblichkeit « von Jaspers ist hierdurch als ein Ansatz zur existentiellen Zukunftsethik zu verstehen. Die grenzenlose Erweiterung der Kommunikation ist die Realisierung der Gemeinschaft mit den Noch-nicht-Seienden.

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© 2019 The Japanese Society for Ethics
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