Abstract
An Mäusen subkutan appliziert, verursacht das Bromalhydrat nie einen typisehen Sehlaf, dafür aber nicht selten primäre Aufregungszustände und zuletzt eine Art Koma, welches schliesslich in Tod übergeht. Beim Chloralhydrat wird dagegen ein ruhiger SchIaff ohne vorangehende Erregung beobachtet. Die tö dliche Dose beträgt beim Bromal 0, 55 mg und beim Chloral 10, 5 mg pro 10 g Tier. Die hypnotische Dose ist beim Chloral 3, 5 mg, während es beim Bromal keine gibt. Am, Straubschen Froschherzen verursachen beide Gifte eine Aufhebung der Automatie und eine allmählich auftretende Kontraktur oder Starre der Muskulatur. Die letztere Erscheinung tritt beim Bromal schon bei kleineren Gaben intensiv zutage. Die kleinste wirksame Kcnzentration für das Straebherz ist beim Bromal eine 0, 001%ige und beim Chloral eine 0, 1%ige. Auch am isolierten Darm und Uterus des Kaninchens bringen die beiden Gifte die spontane Bewegung zurn Stillstand und versetzen schliesslich die Muskulatur in den Zustand der Starre. Hier wirkt ebenfalls das Bromal viel stärker ais das Chloral. Es ist damit festgestellt, dass das Bormal viel giftiger als das Chloral ist. Um die Ursache dieses Unterschieds klar zu stellen, hat der Verfasser eine Reihe chemischer Untersuchungen vorgenommen, die gezeigt haben, dass das Bromaihydrat unter allen Umständen viel leichter sein Brom abspaltet als das Chloralhydrat sein Chlor. Danach ist der Verfasser der Meinung, dass das Bromalmolekül in den Zellen Brom im grösseren Masse als Chloral abspaltet, was zu einem gewissen Grade die Giftigkeit des Bromalhydrats bedingt.