抄録
In einem von außen angelegten starken elektrischen Kraftfelde werden die Karminteilchen, die Lykopodien und auch die Erythrocyten, welche zwar als Ganzes neutrale Gebilde sind, durch Elektron- und Atomverschiebung innerhalb der Moleküle, sowie durch Molekülverschiebung innerhalb der kolloidalen Molekülengruppen polarisiert, stellen ihre Dipolachse in die Richtung der Stromlinien und bilden somit Perlschnurketten.
Durch einen starken elektrischen Strom werden die Erythrocyten zerstört. An den größeren Zellen, wie dem Frosche und den Ciliaten. bestätigt es sich, daß die der Anode zugekehrte Seite durch den Strom bevorzugt zerstört wird. Der aus der verletzten Stelle der Ciliaten in das wässerige Medium ausgeflossene Zellinhalt nimmt Kugelformen an, die anscheinend von einer neugebildeten Plasmagelschicht umgeben sind. Solche ausgeflossenen Plasmateilchen werden auch, wie bei intakten Zellen, durch einen Strom an der Anodenseite zerstört.
Ein kataphoretischer Versuch hat nachgewiesen, daß an der Grenzfläche der Zellen gegen die Außenwelt sich die Moleküle in der Weise aneinander legen, daß sie mit ihrem großen organischen Anion an die Zelloberfläche geheftet sind und ihr kleines anorganisches Kation in das Wasser abdissoziieren. Diese Kationen bilden mit den Wasserdipolen zusammen eine bewegliche Hülle um die Zelle. Auf der Innenseite solcher oberflächlichen Anionenschicht muß aber eine diese verstärkende Schicht, bestehend aus Eiweiß- und Lipoidmolekülen, vorhanden sein. Diese letzteren Moleküle gehören zu den starken permanenten Dipolen. Die Dipolmoleküle kehren ihren positiven Pol der negativ geladenen Zelloberfläche zu und ihren negativen Pol nach innen. Die der Anode zugekehrte Seite der Zelle wird unter dem Einfluß des starken Stromes destruiert, indem vielleicht die oberflächlichen Anionen mehr oder weniger stark anodenwaärts abgerissen werden, und indem ferner die darauf folgenden, den positiven Pol nach außen richtend zur Oberfläche senkrecht stehenden Dipolmoleküle bis zu einem gewissen Grade gedreht werden.
Warum in der Zelloberfläche die negativ geladenen organischen Anionen, ohne sie gegeneinander abstoßen, eine genügend feste Membranschicht bilden, bleibt einer späteren Untersuchung vorbehalten.