Nippon Yakubutsugaku Zasshi (Folia Pharmacologica Japonica)
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Über den cardio-cardialen, -vaskulären und -pulmonalen Reflex, insbesondere dessen pharmakologische Bedeutung
M. Kurotubo
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1942 Volume 34 Issue 3 Pages 300-330,en18

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Abstract
In diesen Untersuchungen hat Verf. die Innervation und Physiologie derHerznerven am Hunde genau gepruft und bestätigt, dass cardiocardialer, -vasculärer und -pulmonaler Reflex durch Veratrin, Digitalis, Adrenalin, Ephedrin, Calcium und Barium hervorgerufen wird. 1) Die Herznerven sind in 3 Gruppen eingeteilt worden. Der Herzvagus, welcher den zentrifugalen hemmenden Impuls aufs Herz ausübt, entspricht den zweiten Vorhofästen. Reizt man das periphere Schnittende der zur ersten und dritten Gruppe gehörigen Nerven (Kammerneryen), so wird die Herzaktion nicht beeinflusst ; reizt man das zentrale Ende, so treten Blutdrucksenkung, Verminderung der Schlagzahl und Atemhemmung ein. Blosse Durchneidung dieser Kammernerven ruft eine Blutdruckerhöhung, und Schlagzahlzunahme hervor. Die Kammernerven bestehen also aus rein zentripetalen Nervenfasern und leiten einen tonischen hemmenden Impuls vom Herzen zum Herz- und Gefässzentrum. 2) Veratrin in kleinen (intravenöse Injektion von 5-50 γ/kg) bringt bei normalem Hunde eine deutliche Blutdrucksenkung und Schlagzahlverminderung, aber beim an den Nn. Vagi durchgeschnittenen oder gelähmten eine Blutdrucksteigerung, Schlagzahlvermehrung, Kontraktionsverstärkung der Herzmuskeln und Verengerung der peripheren Blutgefässeherbei. Aus das isolierte Herz wirkt es auch immer erregend. Veratrin führt also diese Herzhemmung auf Grund der Vaguserregung herbei. 3) Diese Vaguserregung vvird bei der direkten Einspritzung des Veratrins in A. carotis oder A. vertebralis nicht verstärkt, sondern bei weitem abgeschwächt. Die Vaguserregung beruht also nicht auf der direkten Reizung des Zentrums. Nach der Durchschneidung der Carotissinusnerven tritt die Vaguserregung wie bei der Norm ein. Die Sinusnerven beteiligen sich also nicht an der Veratrinwirkung.4) Werden die zentrifugalen Vorhofnerven durchgeschnitten, so verschwindetdie vaguserregende Wirkung des Veratrins. Blosse Durchschneidung der zentripetalen Kammernerven oder Einspritzung der Lokalanästhetika in den Herzbeutel bringt ganz dieselben Erfolge hervor. Veratrin erzeugt daher die Vaguserregung durch Vermittelung der zentripetalen Kammernerven : reflektorische Vaguserregung. 5) Die Blutdrucksenkung von Veratrin bleibt bei der Durchschneidung der zentripetalen Kammernerven vollstandig aus. Durchschneidung der zentrifugalen Vorhofnerven oder Vorbehandlung mit Atropin hindern aber die Blutdrucksenkung nicht vollständig. Dabei nimmt das Lebervolum zu-Gefässerweiterung.Bei der Blutdmcksenkung muss also eine reflektorischeGefässerweiterung eine Rolle spielen (cardio-vaskulärer Reflex). 6) Adrenalin ruft bei intravenöser Injektion eine deutliche Blutdrucksteigerung und Bradykardie hervor. Diese wird durch Durchschneidung der zentripetalen Kammernerven beseitigt. Entfernung der Sinusnerven hindert auch die Bradykardie. Diese Hemmung wird jedoch nur bei kleinen Adrenalindosen (0, 01 mg/kg) beobachtet. Bei grösseren Dosen (über 0, 03 mg/kg) tritt die Bradykardie normalerweise ein. Die Adrenalinbradykardie vcird also hauptsächlich durch cardialen Reflex hervorgerufen. Ephedrin führt auch eine energische cardial reflektorische Bradykardie herbei. 7) Bei intravenöser Injektion von therapeutischen Dosen Digitamin kommt atich deutliche Bradycardie zum Vorschein. Sie bleibt aus, wenn die Kammernerven durchgeschnitten werden. Durchschneidung der Aortennerven oder Entfernung der Carotissinusnerven bringt die Bradykardie nicht zum Verschwinden. Die Digitalisbradykardie beruht bei kardiotonischer Periode vielleicht auf dem cardiocardialen Reflex. 8) Calcium und Barium rufen die gleiche Bradykardie, welche durch Durchschneidung derKammernerven beseitigt wird, hervor. 9) Veratrin wirkt atemhemmend. Diese Hemmung tritt bei zentraler Anwendung nicht ein. Sie bleibt ebenfalls nach Durchschneidung der Nn.
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