Volume 49 (1976) Issue 1 Pages 1-24
Das Vorgebirge zwischen Köln and Bonn (Fig. 1), eines der größten Gemüseanbaugebiete in Deutschland, hat seit zwei Jahrzehnten (Tabelle 1 and 2) durch die Entwicklung der Bundeshauptstadt Bonn and die Einflusse der EWG einen groBen Wandel durchgemacht. Der Autor hat die Ortschaft Gielsdorf, Gemeinde Alfter als Beispiel ausgewählt and im Jahr 1973 Bodennutzung (Fig. 4), Grundbesitz (Fig. 3), Agrarstruktur (Tabelle 1_??_7), Verkaufs-methode and Organisation analytisch untersucht.
Das Ziel der Untersuchung ist die Erforschung der Gründe des Gemüseanbaues in Nähe des Stadtgebiets so wie seiner Entstehungs- und Veranderungsprozesse. Vom Mittelalter bis Anfang des 19. Jarhunderts betrieb man Rebbau am Hang des Vorgebierges. Der letzte Weinberg in Gielsdorf wurde im Jahre 1912 gerodet. Wegen der Klimaverschlech-lechterung, Rebkrankheiten, Erscheinung anderen Trinksorten usw., war der Weinbau seit Anfang des 19. Jahrhunderts, d. h. seit der französischen Besetzung, rückläufig. Als Nachfolgekulturen traten Obst- und Gemüsebau hervor. Die Hauptursache für den Rückganges des Weinbaues bestand in den besseren Verdienstmöglichkeiten durch Gemü-sebau. Mit dem Wachstum der Bevölkerung erlebten die Gebiete nahe der Stadt einen Funktionswandel von agrarisch genutzter Fläche zu Wohnland. Eine Verlagerung der Gemüsefelder vom Stadtrand zum Vorgebirge hat stattgefunden. Gleichzeitig ist der Gem-usebedarf mit dem Bevölkerungswachstum gestiegen. Damals war der Schnelltransport von Frischgemüse aus entfernten Anbaugebieten in die städtischen Verbrauchermärket nosh nicht möglich.
1920 wurde in Alfter die Bezugs- und Absatzgenossenschaft “Vorgebirge” e. G. m. b. H. Roisdorf gegründet. Die Obst and Gemüseerzeugnisse wurden bis zur Gründung der Genossenschaft vorwiegend zu den Märkten Köln and Bonn gebracht and dort überwieg-end durch die Frauen der Bauern zum Kauf angeboten, während emn weiterer Teil dieser Erzeugnisse einem ansässigen Markthandel zum Verkauf in Kommission gegeben wurde. Heute werden ca. 70% der Obst und Gemüsemengenumsätze, die in den Erzeugergroßm-arkten Bonn and Roisdorf versteigert werden, mit LKW in das Ruhrgebiet transportiert.
Die durchschnittliche Betriebsflache der 46 Gielsdorfer Betriebe liegt bei 1.55 ha (Tab-elle 3). Es sind meist Kleinst- und Kleinbetriebe, kaum größer als der japanische Durchschnittsbetrieb (1.09 ha). Die Betriebsinhaber leben nicht von der gewöhnlichen Landwirtschaft, sondern ausschlieBlich von einem intensiven Obst- und Gemüseanbau. Die Entstehungsursache der Kleinst- und Klein-Parzellierung and der hohe Pachtlandan-teil innerhalb der Betriebsfläche (Tabelle 3) liegt in der Realteilung. Abnahme der landwirtschaftliche Betrieb and der Betriebsfläche (Tabelle 2 and 4) and Zunahme der Wohnbevolkerung, sowie der Brachfläche (Fig. 4 b) rind auch im Umkreis der japani-schen Städte typisch. Aber “urban sprawl”, d. h. nicht geplannte Erweiterung des Wohngebietes in das Ackerlande hinein ist ziemlich selten am Vorgebirge. Wegen der außerordentlich hohen Bodenpreise in Japan rind eine so extensive Landnutungsart wie Ponyweide, Bowie Pachtland-Gemüseanbaubetriebe von Gielsdorf in Nähe japanischer Städte fast undenkbar.