Okayama Igakkai Zasshi (Journal of Okayama Medical Association)
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Retikuloendothelialsystem und Austauschvorgänge zwischen Blut und Gewebe
Yutaka FujitaYoschio Uemura
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1928 Volume 40 Issue 5 Pages 954-970

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Abstract

Seit langem ist bekant, dass verschiedene, in die Blutbahn eingebrachte, gelöste Substanzen, wie Salze, Zuckerarten, Medikamente u. a., oft sehr rasch aus dem Gefäss-system in die Gewebe abströmen. Früher glaubte man, dass in den Austauschvorgängen zwischen Blut und Gewebe die Durchlässigkeit der Gefässe eine massgebende Rolle spiele. Doch in den letzten Jahren haben mehrere Autoren mit allem Nachdruck darauf hingewiesen, dass hier weniger die Beschaffenheit der Gefässe als die der Gewebe massgebend sei. Im allerletzten Jahre meinte Saxl und Donath sogar, dass für die Austauschvorgänge zwischen Blut und Gewebe die Funktion des reticuloendothelialen Apparates von Bedeutung sei. Es ist zwar schon nachgewiesen worden, dass verschiedene ins Blut injizierte korpuskulaäre Elemente, z. B. Tusche, Kolloidsilber, Eisensaccharate, manche Farbstoffe etc., von den Zellen des R-E-Systems aus dem Blute abgefangen und gespeichert werden können.
Auf Grund dieser Tatsache glaubten ja doch die obengenanten Autoren annehmen zu dürfen, dass nicht nur korpuskuläre Elemente, sondern auch Wasser und viele echte Lösungen vom R-E-System abgefangen und gespeichert werden könnten. Ein sicherer Beweiss für diese Auffassung scheint uns aber noch nicht erbracht zu sein
Betreffs dieser Frage stellten wir also experimentelle Untersuchungen am Kaninchen unter Verwendung von Fluorescein an. Das Fluoresceinnatrium (Uranin) selbst soll das R-E-System intravital nicht färben, ferner nicht nur vom R-E-System, sondern auch von verschiedenen Geweben leicht und rasch aufgenommen werden.
Wir injizierten 1ccm 1%iger Uraninlösung subcutan am Rücken des Kaninchens und entnahmen das Blut zur Probe aus der Ohrvene je eine, drei und fünf Minuten nach der Injektion, um zu prüfen, wann das Uranin im Blute der Ohrvene erscheint; gleichzeitig beobachteten wir auch den Beginn der Farbstoffausscheidung im Harn.
Zum anderen Mal wurde 0.5ccm 1%iger Uraninlösung in die Ohrvene injiziert und jede halbe Stunde danach Blut aus der Ohrvene der anderen Seite entnommen, um die Zeitdauer bis zum Verschwinden des Uranins aus dem Kreislauf kennen zu lernen. Wir beobachteten auch Beginn und Dauer der Farbstoffausscheidung im Harn.
Unsere Resultate sind etwa folgendermassen zusammenzufassen:
1) Am Kaninchen, welches längere Zeit mit einen geringen Menge Kolloidsilberlösung (5 Tage lang, je 5 ccm) vorbehandelt wurde, fanden wir keine Abweichungen bei der subcutanen Anwendung von Uranin, im Vergleich zu dem gleichen Versuch bei normalen Tieren.
2) Bei splenektomierten Kanichen kam das subcutan injizierte Uranin rascher als bei normalen zum Vorschein, sowohl im Blute als auch im Harn.
3) Durch die gleichfalls 5 Tage lang fortgesetzten Kolloidsilberinjektionen wurde die Zeitdauer bis zum Verschwinden des intravenös applizierten Uranins aus dem Blute in keiner merklichen Weise beeinflusst, wenn auch in der Mehrzahl der Fälle ein anscheined rascheres Verschwinden des Farbstoffes konstatiert wurde.
4) Falls man aber vorher, etwa 10 Minuten vor der intravenösen Injektion von Uranin, Kolloidsilber (5 ccm pro 1 kg Körpergewicht) injizierte, so blieb der Farbstoff im Blute länger als sonst, und auch im Harn trat der Farbstoff später auf.
5) Bei Splenektomierten verzögerte sich das Verschwinden des intravenös injizierten Uranins aus dem Blute im Vergleich zu den normalen Tieren und im Harn erschien die Farbstoffausscheidung später und dauerte länger als sonst.
Nach den obigen Resultaten ist es wahrscheinlich, dass in den Austauschvorgängen zwischen Blut und Gewebe das R-E-System eine gewische Rolle spielt.

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