抄録
Nach Durchschneiden der Sehnen des Schwanzes der Maus wurde das Gewebe nach der HEIDENHAINschen Azanmethode gefärbt, und die Vorgänge der Sehnenregeneration wurden untersucht. Der Zwischenraum zwischen den Sehnenenden wird zuerst mit Exsudat erfüllt. In diesem erscheinen stellen weise Kollagenfädchen und verlängern sich nach dem Sehnenende. Aus dem Sehnenende wachsen aber auch etwas später kollagene Fädchen in das Sekret hinein. Die beiden neugebildeten Fädchen verbinden sich miteinander. Die anfangs unregelmäßig laufenden dünnen Fädchen nehmen mit der Zeit an Dicke zu und werden geradlining, und schließlich werden kräftige Sehnenfasern ausgebildet.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Tatsache, daß in den Frühstadien die Ultrastrukturdichte am Schnittende der Sehnenfasern zunimmt, indem vielleicht die Struktur der Sehnenfasern dort abgebaut wird und die zerfallenen hochdispersen Eiweißmoleküle dichter nebeneinander liegen. Bei einer Lötung von Metallblechen werden bekanntlich die Blechenden durch Erhitzung auf den analogen Zustand gebracht. Die dabei losgewordenen Metallmoleküle werden in lebhafte thermische Bewegung versetzt. Es ist anzunehmen, daß die am Sehnenende ebenfalls losgewordenen Fasermoleküle mit den Molekülen der sich neubildenden Fasern eine innige Mischung eingehen, so daß eine intime Verbindung der alten und neuen Sehnenfasern erfolgt.
Die sich somit regenerierten Sehnenfasern sind nun ebenso locker strukturiert wie die alten.