Abstract
1. Die Kalkausscheidung in der Galle und im Harn der normalen Hündin wird sowohl durch subkutane als auch durch perorale Zufuhr von Cholsäure gesteigert. Diese Steigerung der Kalkausfuhr tritt viel stärker bei peroraler Zufuhr auf als bei subkutaner, und in der Galle stärker als im Harn.
2. Durch Thyreoparathyreoidektomie wird die Gallensekretion stark vermindert und die Kalkausfuhr im Harn u. in der Galle mit der Zeit beträchtlich herabgesetzt.
Diese verminderte Gallen- und Kalkausscheidung in der Galle sowie im Harn wird durch Zufuhr von Cholsäure wieder stark vermehrt, wenn auch diese Vermehrung den normalen Wert nicht wiederherstellen kann.
3. Die die Kalkausfuhr im Harn sowie in der Galle steigernde Wirkung der Cholsäure tritt bei normaler sowie thyreoparathyreopriver Hündin in gleicher Weise auf.
4. Der durch Thyreoparathyreoidektomie verursachte tetanische Anfall tritt bei der eine Gallenblasenfistel tragenden Hündin viel leichter auf als bei der normalen und wird durch Zufuhr von Cholsäure stark verzögert.
Die parathyreoprive Tetanie dürfte also eine innige Beziehung zu der Leberfunktion haben.