ドイツ文學
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ハンス•ヘニー•ヤーンの小説『木造船』
寓話のための前奏曲
沼崎 雅行
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1974 年 53 巻 p. 45-52

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抄録
"Das Holzschiff“, der erste Teil von Hans Henny Jahnns Roman-Trilogie "Fluß ohne Ufer“, stieß bei seinem Erscheinen zuerst auf das Mißverständnis der Leser; man wußte nicht, ob es ein Kriminalroman oder ein symbolischer Roman sei. Es handelt sich darin um einen aussichtslosen Kampf der Menschen gegen unbekannte Kräfte, die ihre Existenz gefährden. Der "Holzschiff“-Roman enthält schon Ansätze aller Themen, die im zweiten und im dritten Teil der Roman-Trilogie entfaltet werden sollen. Hans Henny Jahnn selber hatte seine Jugend in der Zeit des Ersten Weltkrieges verbracht und als Kind der Zeit den Zerfall der individuellen persönlichen Identität erlebt. Sein erster Roman "Perrudja“, ein expressionistischer, ist das erfolgreiche Ergebnis seiner Norwegen-Emigration.
Die sprachlichen und stilistischen Züge von "Das Holzschiff“, deren einige aus "Perrudja“ übernommen wurden, sind wie folgt:
1. Aneinanderreihung der knappen Sätze ohne Subjekt und manchmal auch ohne Verbum finitum, wobei logische Zusammenhänge fehlen.
2. Nicht alltägliche Ausdrücke, wie "Purpurhaut“ oder "Die Hirne der Matrosen zitterten gelb…“
3. Visionäre Ausdrücke, wie z.B.: "Der Zimmermann ließ einen flüchtigen Blick, den er an diesen Menschen, ihm zuwider, hängte, nicht in sich hinein. Er warf das Bild eines Augenaufschlages zuboden.“
4. Personifikation der Naturkräfte.
5. Häufige Anwendung der erlebten Rede. Jahnn hatte von James Joyce und Marcel Proust die Technik des inneren Monologs gelernt und versuchte sie mit Hilfe der erlebten Rede (im Präsens sowie im Präteritum) im Er-Roman zu verwirklichen. Dabei gelangte er zu einem neuen Ergebnis: da nämlich die erlebte Rede einer Romanfigur natürlicherweise gleiche Sprachfiguren wie die neutrale Aussage des Er-Erzählers hat, besteht die Möglichkeit, daß die objektiven Betrachtungen des Er-Erzählers mit dem Gedanken einer Romanfigur verschmelzen, was eine neue Ausdrucksmöglichkeit zum Verlust der individuellen persönlichen Identität ausmacht.
6. Imaginäre Szenen, die surrealistisch wirken, sind Verallgemeinerungen der Träume und Sehnsüchte der Masse Matrosen.
7. Bedeutungsvoll ist die Geschichte von Kebad Kenya. Diese locker in den Roman eingefügte Geschichte hat nach Wolfgang Kayser als epische Integration Bedeutung. Die mythische Geschichte von Kebad Kenya deutet nicht nur die Themen von "Das Holzschiff“, sondern auch alle vom "Fluß ohne Ufer“ an. Im zweiten Teil der Trilogie erzählt Gustav Anias Horn als Ich-Erzähler "zu seiner Rechtfertigung“ seine Vergangenheit und unternimmt einen vergeblichen Kampf gegen das Schicksal. Der dritte Teil, wiederum in der Er-Form erzählt, handelt vom Geschick der Nachkommenschaft Horns, das sich diesmal, parabelhaft unter den Schutz des Engels gestellt, günstig gestaltet.
Die Roman-Trilogie ist also mit ihren Ausdrucksmitteln eine Parabel von der Heilung des zerfallenen Individuums, zu der "Das Holzschiff“ ein Vorspiel darstellt.
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