ドイツ文學
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«Papa Hamlet» の現実描写について
藤井 忠
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1974 年 53 巻 p. 35-44

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抄録
Die Durchformung des "Papa Hamlet“, die auf die "Zertrümmerung der Sprache ins Momentan-Zusammenhanglose“ (F. Martini) gerichtet ist, zeigt eine neue Phase der Prosa; hier ahnt man einen "Zusammenbruch“ und einen "Anfang“. Die präzise Darstellung des "Papa Hamlet“, die "Sekundenstil“ genannt wird, kommt von einer zu nahen Beobachtung; aus der Nähe sieht man intensiv alle Erscheinungen, die in einem bestimmten Raum von Sekunde zu Sekunde geschehen, und versucht, sie unmittelbar in die Sprache zu übersetzen. Das genau Geschilderte vergrößert sich zur gleichen Dimension und tritt damit aus dem Bezug zum Ganzen heraus. Während beim traditionellen Realismus der "Erzähler“ in der Perspektive aus einem letzten und objektiven Beziehungspunkt heraus einzelne Sachen zu einer Einheit verwob, gibt es hier in der Konzentrierung auf augenblickliche Veränderungen keinen Raum mehr, in dem der "Erzähler“ wirken kann. Hier liegen deshalb einzelne dargestellte Gegenstände vereinzelt ohne Beiziehung zum Ganzen, die Prosa selbst bleibt skizzenhaft.
Aber diese neue Prosa ist gerade aus dem Realismus des 19. Jahrhunderts, dessen Geist ein energischer Wille zur Totalität kennzeichnet, entstanden, und zwar als weiterer Schritt über denselben hinaus. Dazu hat die exakte Beobachtungsweise der Naturwissenschaft, die für das 19. Jahrhundert ebenso charakteristisch ist, viel beigetragen. Dem Balsacschen Realismus gelang es erst auf dem Boden, den die "romantische“ Geistesform vorbereitet hatte, "die Wirklichkeit in all ihrer Mannigfaltigkeit zu erfassen“ (E. Auerbach). Aber der Trieb zur exakteren Beobachtung und Darstellung, den der Realismus selbst in sich trug, mußte diese romantischen Elemente schwächen und einschränken. Diesen Widerspruch in sich selbst enthaltend, schritt der Realismus des 19. Jahrhunderts bis Zola voran und brachte viele große Werke hervor. Nach der Expansion entstanden doch Ausschweifungen; besonders wurde die exakte Beobachtung immer schärfer unter dem Einfluß der Naturwissenschaft und schaltete die Möglichkeit zur totalen Erfassung der Wirklichkeit aus. In Deutschland, wo seit 1870 eine radikale und totale Veränderung der Gesellschaft geschah, trieb man oft ins Extrem.
Die theoretische Formel, zu der Arno Holz gelangte, "Kunst=Natur-x“ zeigt eine extreme Phase des Realismus. Unter "Natur“ soll, wie W. Emrich aufweist, keineswegs nur die äußere Welt, sondern die gesamte geistige Wirklichkeit verstanden werden. Das ist auch ein neuer Wille zur Totalität. Bei konkreten Sachen ist er doch nur durch die Konzentrierung auf die Augenblicke bedingt, deshalb kann man das Ganze im Sinne des 19. Jahrhungerts nicht mehr erfassen. Die nackt gewordene Sprache, die an die Realität gebunden ist und auf die innere Vertiefung verzichtet, wirkt "flächenhaftvordergründig“ (Martini), aber gerade die "flächenhaftvordergründig“ geschilderten Dinge deuten von der menschlichen Erkenntnis nicht berührte psychische Tiefenschichten an. Die Dialoge, die nicht mehr in der von der Perspektive der Erzählung bedingten Situation geschehen, sondern bloß Stimmen und Schreie sind, drücken das innere Chaos und die unterdrückte Brutalität des verzweifelten Menschen aus, und die Gegenstände auf dem Tisch zittern mit und deuten ein furchtbares Geschehnis an. Die aus der Fessel der traditionellen Struktur der Erzählung befreiten und damit für die Menschen fremd gewordenen Dinge treten so aus dem physischen Wesen ins Psychische hinüber. Bei einer exakten Darstellung, die an die Augenblicke gebunden ist, kann man zwischen
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