抄録
In diesem Aufsatz geht es um die Syntax und Semantik der betonten Modalpartikel JA.
Das betonte JA unterscheidet sich von anderen Modalpartikeln (z. B. ja, doch, denn) dahingehend, dass es kein typisches Hauptsatzphänomen ist. Das betonte JA tritt nicht nur im Hauptsatz, sondern auch im Komplementsatz und zu-Infinitiv auf (vgl. Thurmair 1989, Rapp & Wöllstein 2013, Rapp 2018). Laut Grosz (2011, 2016) setzt JA Prioritätsmodalität (priority modality, vgl. Pornter 2007, 2018) voraus, und in Grosz (2011) wird der Satz mit JA als „modal concord“ analysiert. Das betonte JA ist jedoch kompatibel mit einem Deklarativsatz ohne modalen Operator, wenn der Sprecher das Gegenüber korrigiert (vgl. Meibauer 1994). Um diese Distribution von JA zu erklären, führe ich die Sprechaktphrase (Speech Act Phrase/SAP, vgl. Speas & Tenny 2003, Miyagawa 2017) ein und nehme an, dass sowohl modale Ausdrücke als auch der Kopf der SAP ein Merkmal von Prioritätsmodalität [+PRIO-MOD] haben. Ich schlage vor, dass auch JA dieses Merkmal hat und dass die AGREE-Operation zwischen JA und SAP eine zusätzliche Gebrauchskondition (use condition, vgl. Gutzmann 2015) bereitet. Es soll gezeigt werden, dass diese Analyse nicht nur die Distribution von JA, sondern auch den Referenten des Einstellungsträgers von JA korrekt voraussagen kann.