抄録
Es ist wohl bekannt, dass Erythrozyten aktive und passive Anaphylaxie erzeugen können. Bei Erythrozyteninjektion fand man verschiedene Antikörper im Immunserum, wie Hämagglutinine, Hämolysine, Präzipitine u.s.w. Es gibt Meinungsverschiedenheiten über Antikörperarten, die hauptsächlich als anaphylaktische Antikörper anzusehen sind. Nach den Arbeiten von G. Fischer, Friedli, Takahashi, Kameda u.a. ist es im allgemeinen fast anerkannt, dass als anaphylaktischer Antikörper bei Erythrozytenanaphylaxie das Prazipitin gegen Blutkörperchenlösung, vor allem Hämoglobinpräzipitin, eine Hauptrolle spielt. Aber es ist noch nicht genau geklärt, wie sich das Hämolysin bei schockauslösendem Mechanismus verhält. Verfasser untersuchte die Beziehung zwischen Hämolysin und anaphylaktischem Antikörper und konnte den Mechanismus der Erythrozytenanaphylaxie klar darstellen.
1) Das Kaninchen wurde mit Schweineerythrozyten immunisiert und der Hämolysin titer bei jeder Roteemulsion genau bestimmt, um die Reinjektionsmenge bei passiver anaphylaxie wie bei Eiweissantigen festzustellen. Nsch genügender Sensibilisierung mit Hämolysin wurde das Meerschweinchen nach 24 stündiger Inkubationszeit mit Roteemulsion reinjiziert. Dabei fand Verfasser je nach dem Hämolysinserum die verschiedenen Schockarten bei Versuchstieren, wenn die sensibilisierte Hämolysinmenge gleich bleibt.
2) Wenn man zur schockauslösenden Injektion in 10% iger Formalinlösung fixierte Erythrozyten verwendet, so bleibt die passive Anaphylaxie in jedem Fall negativ. Dagegen erzielt man mit Hämolysat und Hämoglöbinlosung wie bei Roteemulsion typischen Schocktod bei sensibilisierten Meerschweinchen.
Daher kann man vorläufig schliessen, dass bei der passiven Anaphylaxie bei Rotereinjektion das Hämoglobinpärzipitin als Hämolysin selbst eine sehr grosse Rolle spielt.
3) Beim Präzipitinversuch mit oben genannten Antischweinrotesera von Kaninchen sieht man verschiedenen Präzipitintiter und bei positivem Anaphylaxiefall ist das Immunserum immer stark positiv. Nach Absorptionsverfahren mit Hämoglobinpulver verliert jedes Antiserum an passiv präparierender Fähigkeit. Daher kann man ohne weiteres annehmen, dass für Erythrozytenanaphylaxie das Antibämoglobin wichtig ist. Doch bleibt die Frage der Bedeutung des Hämolysins auf injizierte Rotezellen. Daher prüfte Verfasser weiter systematisch folgende Versuchsreihen.
4) Durch perkutane Immunisierung mit Schweineblutkörperchensalbe erhält man relativ reine Hämoglobinpräzipitinsera, in welchen eine äusserst geringe Menge von Hamolysin und Hämagglutinin enthalten ist. Mit diesem Antiserum wurde das Meerschwein- chen sensibilisiert und das Hämoglobin nach 24 stündiger Inkubation reinjiziert. Dabei fand Verfasser positiven Schocktod bei Versuchstieren. Nach Reinjektion von nativer Schweineblutkörperchensupension zeigt das in gleicher Weise sensibilisierte Tier doch keine anaphylaktische Reaktion, weil die injizierte Rote langsam aufgelöst wird und die Bindung zwischen Antihämoglobinserum und gelöstem Hämoglobin schwach ist.
5) Um diese Beziehung festzustellen benützte Verfasser Antihämoglobinserum und prüfte die Präzipitireaktion gegen Meerschweinchenblut, das intravenös mit Schweinerote injiziert wurde. Dabei fand er, dass der Übergang der gelösten Schweinerote in das Meerschweinchen sehr langsam geht und diese in kurzer Zeit (wenigen Minuten) nicht aufgelöst wird.
6) Aber wenn vor und nach der Antigenreinjektion die zweckentsprechende Menge des Hamolysins zugeführt wird, so findet die. anaphylaktische Reaktion positiv statt.