Abstract
In diesem Beitrag wird Kants Begriff der „Denkungsart” mit Blick auf seine Moral- und politischen Philosophie hin untersucht. In Kants Moralphilosophie wird der Begriff „Denkungsart” in das Vokabular aufgenommen, um die Konzeption der moralischen Autonomie zu entwickeln (1.). In Kants politischer Philosophie liefert der Begriff der „Denkungsart” die praktische Basis, um die Idee einer republikanischen Verfassung zu entfalten (2.). Despotische Herrscher sollten diese „Denkungsart” aufgreifen, indem sie die Idee des ursprünglichen Vertrages fördern und die Regierung reformieren (3.). Kants Analyse der enthusiastischen Teilnahme an der Französischen Revolution zeigt, dass den Beherrschten (dem Publikum) die „Denkungsart” zu eigen ist, den Herrschenden aber nicht (4.).