Studies in THE PHILOSOPHY OF RELIGION
Online ISSN : 2424-1865
Print ISSN : 0289-7105
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Die Stimme, die inmitten der Unmöglichkeit des Wissens spricht
Eine neue Lektüre von Jacques Derridas Die Stimme und das Phänomen
Masumi NAGASAKA
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2015 Volume 32 Pages 109-122

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Abstract

Dieser Aufsatz beschäftigt sich damit, Derridas Lektüre Husserls in Die Stimme und das Phänomen (1967) unter dem Leitfaden der Diskrepanz zwischen dem Erkennen, dem Meinen und dem Ausdrücken zu erklären, und dadurch zu zeigen, dass diese Lektüre den Husserl’schen uneingestandenen Verrat des Glaubens am Wissen jenseits des Wissens, in der Gestalt des Ausdrucks des Meinens ohne Erkennen, ans Licht bringt. Um diese Diskrepanz zu zeigen, werden im vorliegenden Aufsatz die drei „Reduktionen“ betrachtet, die die Struktur des Werkes Die Stimme und das Phänomen ausmachen, und zwar die Reduktion des Anzeichens, die der Sprache und die der Anschauung. Die erste Reduktion behauptet die ideale Möglichkeit, einen Gegenstand zu erkennen und ihn auszudrücken, ohne ihn anzuzeigen. Die zweite geht von dem angenommenen Recht aus, einen Gegenstand zu erkennen und ihn zu meinen, ohne ihn auszudrücken. Dagegen fordert die dritte Reduktion die Möglichkeit, einen Gegenstand zu meinen und ihn auszudrücken, ohne ihn zu erkennen. Diese dritte Reduktion wird von Derrida mit dem Husserl’schen Begriff der „Idee im Kantischen Sinne“ verknüpft. Durch diese letzte Reduktion zeigt Husserl die Freiheit der Sprache, die eventuell über die durch die Anschauung gesicherte Erkenntnis hinausgeht. Derrida zeigt weiter, dass die Abwesenheit der Anschauung nichts anderes als eine notwendige Bedingung des Sprechens ist. Dadurch wird die Stimme zum Hören gebracht, die davon spricht, was unmöglich zu wissen ist.

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© 2015 Society for Philosophy of Religion in Japan
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