Abstract
Der Verfasser hat mittels verschiedener Farbstofflösungen an gesunden Kaninchen über die Resorptionsfahigkeit der Trommelhöhle histologische Untersuchungen angestellt und folgende Resultate erzielt:
1) Bei der Injektion von Trypanblau, Lithionkarmin und Neutralrot in die Paukenhöle des Kaninchens farben sich 2 Stunden danach Mittelohrschleimhaut, Submucosa, Gehörknöchelchenperiost und -bander intensiv, fangen aber an in der 6ten Stunde sich allmählich zu entfärben, um nach 24 Stunden kaum ihre Färbung bemerken zu lassen.
2) Die nach Injektion von Trypanblau oder Lithionkarmin in die Paukenhöhle auftretendene vital farbstoffspeichernden Zellen nehmen von der 6ten Stunde an allmahlich zu, um nach 24 Studen auffallend zu werden.
3) Rebionen, wo diese vital farbstoffspeichernden Zellen am auffallendsten zum Vorschein kommen, sind Trommelfell, Gehörknöchelchenperiost, Gehörknöchelchen-gelenke und -bänder, darauf folgen Epitympanicum, Membrana tympanica secundaria, und die Gegend der Trommelhöhlenflache der Schneckenspitze.
4) Bei der Injektion von Neutralrot in die Pallkenhöhle zeigen sich keine vital farbstoffspeichernden Zellen.
5) Bei der Einspritzung von Farbstofflösungen in die Paukenhöhle treten dort 24 Stunden danach ausgeprägte Histozyten in die Erscheinung.
6) Injiziert man in die Trnrnmelhöhle das Trypanhlau, Lithionkarmin oder Neutralrot, so dringt das erstere schon 2 Stunden danach durch die Membrana tympanica secundaria in den Perilymphraum des Labyrinthes und nach 6 Stunden durch das Lig. Annulare in das vestibulare Labyrinth ein, aber die beiden letzteren Farbstoffe auch nach Ablauf von 24 Stunden kaum in das Spatium perilymphaticum des inneren Ohres.
7) Das Trypanblau kommt bei von mir angewandter Fixationsmethode während der Preparation nicht zur Eutfarbung und leistet, da es stark diffusibel ist, bei der Vitalfarbung des Gehörorgans meiner Meinung nach bessere Dienste, als das Lithionkarmin.
8) Da sich das Säurefuchsin, Trypanrot und Methylenblau, bei meiner Fixationsrnethode wahrend der Preparation entfarben, sind sie für die histologische Untersuchungen nicht geeignet.