抄録
Aus der statistischen Beobachtung der Augenkomplikationen bei Leprakranken ergab sick, dass die Häufigkeit der Augenerkrankung bei Leprakranken sehr hoch ist und je nach den Arten der Lepra verschiedene klinische Erscheinungen darbietet. Die Knotenlepra greift im aligemeinen viel haufiger und ausgiebiger das Auge ein als die Flecken- und Nervenlepra. Bei der ersteren sind meistens Sklera, Cornea, Uvea und Linse in Krankheiten befallen. Eine Ausnahme billet die Orbicularislähmung, die bei Flecken-Nervenlepra viel häufiger als bei Knotenlepra gesehen wird, den Lagophthalmus veranlasst und zuletzt zur Erblindung führt. Mit dom fortschreitenden Alter ist natürlich der Zeitraum vom Ausbrauch bis zur Untersuchung länger und die Augenkrankheiten auch schwerer. Bei fast allen Knotenleprakr nken nach 10-15 Jahren-Erkrankung ist das Auge mit irgendeiner Veränderung behaftet. Man kann ja also wohl vermuten, dass im langen Verlauf alle Leprakranken augenkrank werde. Die Augenerkrankung bei Lepra ist nie primär, sondern immer sekundär von der Infiltration und Lähmung des umgebenden Gewebes übergegriffen. Deshalb ist es auch eine grosse Pflicht des Arztes, das Auge mit grÖsster Vorsicht vor dem Uebergreifen der Erkrankung mÖglichst zu schutzen und dem Kranke eine volle Sehschärfe geniessen zu lassen. Die Krankheitsveränderung ist im vorderen Toil des Bulbus schwerer als im hinteren Teil, also keine Funduserkrankung bei Lepra. Die Nachtblindheit wurde ziemlich häufig gefunden, dies ist wahrschinlich durch die allgemeine ErnahrungsstÖrung bedingt. Das Auge mit voller Sehschärfe war über die Hälfte der ganzen Zahl und die Fälle der Blinden viel weniger als in den bisherigen Literaturen.