Linguisten-Seminar : Forum japanisch-germanistischer Sprachforschung
Online ISSN : 2434-5407
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Alternation: Rückblick auf das Linguisten-Seminar online 2020
  • Daniel HOLE
    2022 Volume 4 Pages 9-40
    Published: 2022
    Released on J-STAGE: March 21, 2022
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    Der vorliegende Artikel analysiert die wenig beachtete stative Lokativalternation, wie sie im Deutschen und Niederländischen auftritt (Geigen hängen im Himmel vs. Der Himmel hängt voller Geigen; Mulder & Wehrmann 1989; Hoekstra & Mulder 1990, Bücking & Buscher 2015).
    Die Analyse der Syntax und Semantik der Lokativ-Subjekt-Alternante nimmt einen lokativischen Theta-Kopf an sowie ein funktionales „Kleber“-Morphem, das das lexikalische Verb mit der voll-Phrase verbindet. Außerdem wird theta-induzierte Bindung nachgewiesen (Kratzer 2009, Hole 2012, 2014). Eine analoge Analyse bietet sich für viele andere Argumentalternationen an.
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  • Yoko NISHINA
    2022 Volume 4 Pages 41-61
    Published: 2022
    Released on J-STAGE: March 21, 2022
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  • Eine Analyse mithilfe der Sprechaktphrase
    Katsumasa ITO
    2022 Volume 4 Pages 62-76
    Published: 2022
    Released on J-STAGE: March 21, 2022
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    In diesem Aufsatz geht es um die Syntax und Semantik der betonten Modalpartikel JA. Das betonte JA unterscheidet sich von anderen Modalpartikeln (z. B. ja, doch, denn) dahingehend, dass es kein typisches Hauptsatzphänomen ist. Das betonte JA tritt nicht nur im Hauptsatz, sondern auch im Komplementsatz und zu-Infinitiv auf (vgl. Thurmair 1989, Rapp & Wöllstein 2013, Rapp 2018). Laut Grosz (2011, 2016) setzt JA Prioritätsmodalität (priority modality, vgl. Pornter 2007, 2018) voraus, und in Grosz (2011) wird der Satz mit JA als „modal concord“ analysiert. Das betonte JA ist jedoch kompatibel mit einem Deklarativsatz ohne modalen Operator, wenn der Sprecher das Gegenüber korrigiert (vgl. Meibauer 1994). Um diese Distribution von JA zu erklären, führe ich die Sprechaktphrase (Speech Act Phrase/SAP, vgl. Speas & Tenny 2003, Miyagawa 2017) ein und nehme an, dass sowohl modale Ausdrücke als auch der Kopf der SAP ein Merkmal von Prioritätsmodalität [+PRIO-MOD] haben. Ich schlage vor, dass auch JA dieses Merkmal hat und dass die AGREE-Operation zwischen JA und SAP eine zusätzliche Gebrauchskondition (use condition, vgl. Gutzmann 2015) bereitet. Es soll gezeigt werden, dass diese Analyse nicht nur die Distribution von JA, sondern auch den Referenten des Einstellungsträgers von JA korrekt voraussagen kann.
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  • mit besonderer Berücksichtigung der deutschen „Wirkungsverben“
    Taishi KOBAYASHI
    2022 Volume 4 Pages 77-93
    Published: 2022
    Released on J-STAGE: March 21, 2022
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    Since Dowty (1979) revived the decompositional theory of verb meanings as developed in generative semantics, the question of the possible predicate combinations of verbs has been of great interest to linguists. This paper thus deals with this topic with reference to the verb class Wirkungsverben ‚verbs of effect‘, such as gefährden ‚endanger‘, strapazieren ‚strain‘, belasten ‚put pressure on‘, behindern ‚hinder‘, stören ‚disturb‘, and schonen ‚do not strain‘, which refer to complex situations consisting of different sorts of sub-situations, namely, an event/process and a state, and behave as stative verbs on the whole. This paper argues that the complex stative nature of these verbs is properly captured by adopting a predicate that defines a property of the events/processes that the state accompanies.
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  • Shungo FUJII, Yoshiki MORI
    2022 Volume 4 Pages 94-115
    Published: 2022
    Released on J-STAGE: March 21, 2022
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    Bei der Aussage eines Kopulasatzes ohne spezifische Kontexte benötigt die Prädikation bzw. Verwendung mancher Prädikate wie lecker, die allgemein „Predicates of Personal Taste (PPTs)“ genannt werden, eine direkte Erfahrung als semantische Voraussetzung. Wenn eine Sprecherin/ein Sprecher z. B. sagt, „die Lakritze ist lecker“, muss sie/er die Lakritze bereits probiert haben. Werden PPTs in einen Komplementsatz des Verbs finden eingebettet, wird jedoch der Komplementsatz basierend auf der direkten Erfahrung des Referenten des Subjekts im Hauptsatz ausgedrückt. Der Komplementsatz der Verben glauben und halten für wird hingegen problemlos verwendet, ohne dass der Subjektsreferent im Hauptsatz oder die Sprecher/der Sprecher die Lakritze probiert hätten. Interessant ist auch, dass das Subjekt des Verbs finden im Hauptsatz als Experiencer-Argument (i. e. wer Erfahrung macht) spezifiziert wird, auch wenn Prädikate – wie klug – im finden-Komplement stehen, die im Hauptsatz nicht notwendigerweise eine direkte Erfahrung implizieren.
      Ausgehend von der These, die Speas & Tenny (2003), Hill (2007), Ito & Mori (2016), Miyagawa (2017) und Ito (2019) aufgestellt haben, nämlich dass in der Linksperipherie eines Satzes die Speech Act Phrase (SAP) steht, die eine assertive Funktion ausübt, vertreten wir die Ansicht, dass Experiencer-Argumente, die durch Prädikate eingeführt werden, syntaktisch mit einem „Sprecher“ (SPEAKER) kongruieren und koreferenziell gesetzt werden. In diesem Beitrag wird zusätzlich gezeigt, dass das Verb finden einen Komplementsatz selegiert, der aus der SAP besteht und ein referenziell defektives Argument im Spezifizierer der SAP (SPEAKERdefkt) enthält. Das defektive Argument wird mit dem Subjekt eines Hauptsatzes identifiziert, damit die Proposition des Komplementsatzes als Auslegung des Referenten des Hauptsatzsubjekts interpretiert wird.
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  • Mit einer Einführung der japanischen Bezeichnung gohō
    Maria Gabriela SCHMIDT
    2022 Volume 4 Pages 116-143
    Published: 2022
    Released on J-STAGE: March 21, 2022
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    Der Bereich zwischen Lexikon (Wort) und Syntax (Satz, Text) umfasst eine große Schnittmenge an sprachlichen Ausdrücken mit einer Mehrwortlexik, für die es jedoch keine griffige, passende Bezeichnung gibt, stattdessen gibt es viele Ausdrücke, z. B. Kollokation, Redewendung, Phraseologismus, ohne dass ein Konsens weder in der Germanistischen Linguistik noch in der Fremdsprachendidaktik in Sicht wäre. Im Bereich der Anglistik findet sich in letzter Zeit der Terminus multi-word expression (Mehrwortausdruck). Dieser Beitrag strebt zunächst eine linguistische Betrachtung des Bereichs zwischen Lexikon und Syntax unter dem Gesichtspunkt des Sprachgebrauchs an, um eine Eingrenzung leisten zu können. Der Sprachgebrauch selbst wird in der Linguistik wenig diskutiert und in der Regel der angewandten Sprachwissenschaft und Pragmatik zugeordnet. Um die Diskussion unter verschiedenen Perspektiven führen zu können, werden aus ausgewählten Studien der Fachliteratur Überlegungen referiert, die im Zusammenhang mit dem Thema stehen: Zur Sprachentwicklung, zu Routineformeln, zu Kollokationen sowie zum kontrastiven Sprachvergleich Deutsch–Japanisch/Japanisch–Deutsch. Die Inhalte sollen eine Grundlage für die Diskussion des Themas schaffen. Außerdem wird in diesem Beitrag die japanische Bezeichnung gohō eingeführt, für die es im Deutschen keine geeignete Entsprechung gibt, die sowohl mono- als auch plurilexikalische Ausdrücke und ihren Gebrauch umfasst. Inwieweit sie dem Bereich zwischen Lexikon und Syntax zugeordnet werden kann, wird hier erörtert. Es handelt sich bei diesem Beitrag nicht um eine linguistische Abhandlung im strengen Sinne, sondern um eine reflektierende Auseinandersetzung mit Mehrwortausdrücken an der dynamischen Schnittstelle von Lexikon, Syntax und Pragmatik. Den Übergangsbereich zwischen Lexikon und Syntax aus linguistischer Sicht adäquat zu beschreiben, ist nach Auffassung der Autorin ein dringendes Desiderat.
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  • Auseinandersetzung mit Sprachpraxen vielfältiger Gendergruppen
    Sora MATSUMOTO
    2022 Volume 4 Pages 144-162
    Published: 2022
    Released on J-STAGE: March 21, 2022
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    Seit Jahren gibt es zahlreiche Versuche, Deutsch als gendergerechte Sprache zu etablieren. Dazu werden u. a. alternative Schreibweisen, neue Nomen bzw. Pronomen vorgeschlagen. In diesem Beitrag wird gezeigt, dass der Sprachgebrauch der sexuellen Minderheiten mit verschiedenen komplizierten Problemen verbunden ist, die nicht immer mit den Vorschlägen der gendergerechten Sprache gelöst werden können. Bei der Diskussion der gendergerechten Sprache ist es deshalb erforderlich, den Sprachgebrauch der sexuellen Minderheiten noch detaillierter zu analysieren.
      Dazu wird hier zuerst der Begriff „Gender“ genauer definiert: Gender ist kein statisches, fertiges Gebilde, das sich einfach aus dem biologischen Geschlecht herleiten lässt, sondern eine dynamische Erscheinung, in der verschiedene Faktoren zusammenspielen. Bei Beobachtungen sprachlicher Realisierungsformen stellt sich heraus, dass bei der Problematisierung der Beziehung zwischen Sprache und Gender mindestens sechs Elemente von Relevanz sind. Anschließend werden Vorschläge zu den gendergerechten Ausdrucksweisen überprüft, die seit 20 Jahren gemacht worden sind. Dabei lässt sich feststellen, dass wir zu diesem Thema noch keinen Konsens erlangt haben.
      Im vorliegenden Beitrag wird daher verfolgt, wie die verschiedenen Vorschläge zu den gendergerechten Ausdrucksweisen in den bestimmten Situationen des Sprachgebrauchs der sexuellen Minderheiten funktionieren. Dadurch zeigt sich, dass der Sprachgebrauch der sexuellen Minderheiten so vielfältig und kompliziert ist, dass die gängigen Vorschläge nicht ausreichend sind. Vielmehr ist es erforderlich, in der gendergerechten Sprache die Betroffenen, d. h. Beteiligte aller Gendergruppen, nicht als Gegenstand (Objekt), sondern als Sprachteilnehmer (Subjekt) zu beschreiben.
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