Linguisten-Seminar : Forum japanisch-germanistischer Sprachforschung
Online ISSN : 2434-5407
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Historische Syntax des Deutschen
  • Ulrike DEMSKE
    2020 Volume 2 Pages 9-42
    Published: 2020
    Released: February 20, 2020
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    Das Bewegungsverb gehen liegt im Gegenwartsdeutschen in zwei Ausprägungen vor: Neben der Vollverbvariante gibt es eine semi-auxiliare Verwendung von gehen mit aspektueller Bedeutung. Diese Annahme ist in der Literatur zum Gegenwartsdeutschen durchaus umstritten. Im vorliegenden Beitrag wird auf der Grundlage von Daten aus dem Gegenwartsdeutschen dafür argumentiert, dass gehen in Verbindung mit einem Infinitiv tatsächlich als semi-auxiliares Verb mit aspektueller Bedeutung behandelt werden muss. Die Auswertung von Daten aus der deutschen Sprachgeschichte vom Althochdeutschen bis zum Gegenwartsdeutschen liefert die Grundlage für die Herausarbeitung von einzelnen Stadien in der Geschichte des semi-auxiliaren Verbs gehen, die unterschiedliche Grade seiner Auxiliarisierung anzeigen. Die noch im Mittelhochdeutschen zu beobachtende Alternation des infiniten Komplements zwischen Präsenspartizip und Infinitiv lässt sich auf die lautlich bedingte Mehrdeutigkeit infiniter Komplemente zurückführen, die im Deutschen letztendlich zum Verlust des Partizips als verbaler Kategorie führt.
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  • Miho TAKAHASHI
    2020 Volume 2 Pages 43-58
    Published: 2020
    Released: February 20, 2020
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    Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Lesarten-Erschließung der Konstruktion bekommen plus Partizip II (BKPII). Diese Konstruktion kann unter Umständen zwei unterschiedliche Lesarten besitzen: die passivische Lesart und/oder die modale Lesart. In der Literatur, in der über diese zwei Lesarten von BKPII diskutiert wird, werden zumeist Objektdative berücksichtigt (vgl. Reis 1985). Wenn es um freie Dative geht, werden fast ausschließlich Zustandsveränderungsverben behandelt. In dieser Arbeit wird am Beispiel von kausativen Zustandsveränderungsverben (z. B. öffnen und zerbrechen) sowie transitiven Fortbewegungsverben (z. B. fahren) der Frage nachgegangen, welche semantischen Faktoren für die Interpretation von BKPII eine Rolle spielen. Mit den Daten wird vorgeführt, dass ein BKPII aus Kausativa wie öffnen tatsächlich nicht nur passivisch, sondern auch modal gedeutet werden kann, während Kausativa wie zerbrechen ausschließlich in der passivischen Lesart belegt sind. Bei BKPII aus transitiven Fortbewegungsverben sind beide Lesarten möglich. Basierend auf dieser Beobachtung wird argumentiert, dass possessive Verhältnisse zwischen der auf einen Dativ zurückgehenden Subjektperson und dem Gegenstand im Akkusativ für die Interpretation der gesamten Konstruktion relevant sind. Als Schlussfolgerung lässt sich feststellen: Bei einem aufgebauten BKPII dient – sowohl beim Objektdativ als auch beim freien Dativ – eine anhaltende Disposition über den Gegenstand der möglichen modalen Lesart.
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  • Yuto YAMAZAKI
    2020 Volume 2 Pages 59-73
    Published: 2020
    Released: February 20, 2020
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    Bei den deutschen Spaltsätzen finden sich zwei verschiedene Wortstellungen, wie in (i) dargestellt:
    (i) a. Es ist Hans, der kommt.
      b. Hans ist es, der kommt.
    Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den syntaktischen Unterschied der Wortstellung deutscher Spaltsätze zu erklären. Als Ausgangspunkt soll die Frage-Antwort-Kongruenz eingeführt werden, in der der Unterschied zwischen den kanonischen (ia) und den invertierten Spaltsätzen (ib) deutlich wird. Normalerweise können die invertierten Spaltsätze nicht als Antwort auf eine W-Frage verwendet werden. Daraus lässt sich schließen, dass man die invertierten Spaltsätze (ib) als eine Art von Focus Fronting betrachten kann. In dieser Arbeit schlage ich vor, dass sich die Cleft-Konstituente der invertierten Spaltsätze (ib) nach EmpP (Emphasis Phrase, vgl. Trotzke 2017) in der linken Peripherie bewegt, wo einem fokussierten Element eine spezielle kontrastive Interpretation verliehen wird. Die EmpP-Analyse steht mit der Frage-Antwort-Kongruenz bei den Spaltsätzen und mit eingebetteten Spaltsätzen in Einklang.
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  • Shungo FUJII, Yoshiki MORI
    2020 Volume 2 Pages 74-90
    Published: 2020
    Released: February 20, 2020
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    Im Deutschen gibt es einige Verben wie ankommen oder landen, die mit einer Dativ-Wechselpräposition kombiniert auftreten, die einen Zielort ausdrückt, wobei die Dativ-Wechselpräposition normalerweise einen Ort wiedergibt, wo sich der Sachverhalt abspielt. Diese Verben sind auf Partikelverben wie ankommen und einige von Lokalnomina abgeleitete Verben wie landen beschränkt. In diesem Beitrag wird gezeigt, dass die Partikeln an und unter sowie die Lokalnomina in der Präpositionalphrase generiert werden, die die Richtung ausdrückt, und sich zum Verb bewegen. Dafür wird dargestellt, dass solche Ziel-Dativ-PPs mit dem Subjekt des Small Clauses kombiniert werden. Dabei beziehen wir uns auf Bruenings (2018) These, dass ein sekundäres Prädikat und sein Argument nur dann einen echten Small Clause bilden, wenn ein weiteres depiktives sekundäres Prädikat nicht über den Sachverhalt, sondern über das Resultat prädiziert. Die Analyse erklärt die lexikalische Beschränkung der Verben mit den Ziel-Dativ-PPs, denn gemäß der durchgeführten Analyse haben die Partikeln wie an und unter sowie die Wurzeln wie LAND eine morphosyntaktisch besondere Eigenschaft. Zudem wird der Unterschied zwischen Bewegungsverben wie ankommen und Verben des Erscheinens und des Verschwindens, bei denen eine Dativ-PP einen Zielort zu bezeichnen scheint, erklärt.
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